Reiseimpfungen für Kinder

Impfungen gerieten in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen und wurden teilweise als unnötig oder sogar potentiell gefährlich dargestellt. Tatsache ist jedoch, dass eine ganze Reihe tödlicher Krankheiten durch langfristige Impfkampagnen in Deutschland so gut wie ausgerottet werden konnten. Dazu gehören etwa die Pocken und Polio. In Deutschland ist es üblich dass bereits Kleinkinder im Baby-Alter geimpft werden, auch wenn keine gesetzlich vorgeschriebene Impf-Pflicht besteht.

Häufige Impfungen nach Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO)

© sxc.hu / mordoc

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Die STIKO empfiehlt bei Kleinkindern generell folgende Impfungen:

  • Pneumokokken (können Hirnhautentzündung auslösen)

  • Meningokokken (können Blutvergiftung auslösen)

  • MMR-Impfung (Masern/Mumps/Röteln)

  • Windpocken

  • Tetanus

  • Diphterie

  • Keuchhusten

  • Kinderlähmung

  • Hepatitis B

Diese Impfungen sind ein wirksames Fundament und decken viele Krankheiten ab, mit denen sich Kinder besonders im Urlaub infizieren können. Gerade die Masern und Hepatitis sind in Osteuropa, Südamerika und Südostasien verbreitet und werden häufig von Reisenden aus diesen Regionen wieder nach Deutschland eingeschleppt. Besonders für Kinder kann eine Infektion mit diesen Krankheiten lebensbedrohlich sein!

Sinnvolle Reiseimpfungen für Kinder

Für Kinder unter drei Jahren ist generell von Reisen in die Tropen abzuraten! Falls jedoch ein Aufenthalt in diesen Regionen nicht zu umgehen ist, sollten bereits Babys diverse Reiseimpfungen, sowie eine Malaria Prophylaxe bekommen. Bei Kindern über drei Jahren ist eine solche Reise prinzipiell kein Problem, da sie ab diesem Alter ohne weiteres die Entsprechenden Impfungen und Vorbeugemaßnahmen gegen Malaria erhalten können.

Davon abgesehen sollte vor einer Urlaubsreise auf jeden Fall der Kinderarzt oder auch das örtliche Tropeninstitut konsultiert werden. Diese können je nach Reiseziel darüber Auskunft geben, welche Impfungen für das entsprechende Land sinnvoll sind.

Zu beachten ist dabei, dass einige Impfungen erst nach etwa zwei Wochen ihre volle Schutzwirkung entfalten. Daher sollten sich Eltern bereits frühzeitig um die Reiseimpfung für ihre Kinder kümmern.

Je nach Reiseland können folgende Reiseimpfungen für Kinder in Frage kommen:

  • Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME): Diese Krankheit kommt in Asien und weiten Teilen Europas – auch innerhalb Deutschlands – vor und wird durch Zeckenbisse übertragen. Besonders bei Ausflügen in die Natur ist diese Impfung anzuraten.

  • Hepatitis A: Kinder ab einem Alter von einem Lebensjahr können gegen Hepatitis A geimpft werden. Diese Impfung ist die wichtigste Reiseimpfung, die von der STIKO angeraten wird. Hepatitis A ist besonders in tropischen, sowie subtropischen Ländern anzutreffen und wird durch Getränke und Nahrungsmittel übertragen.

  • Tollwut: Die Tollwut ist heute noch in einigen Entwicklungsländern anzutreffen und wird dort vor allem von Hunden verbreitet. Die Ansteckungsgefahr ist gering, allerdings verläuft die Krankheit immer tödlich.

Infektionsrisiko im Mittelmeerraum wird häufig unterschätzt

Viele Eltern machen sich um Reiseimpfungen für Kinder nur dann Gedanken, wenn es in Drittweltländer oder in tropische und subtropische Gebiete geht. Allerdings bergen auch die Länder des Mittelmeerraums ein erhebliches Infektionsrisiko, das oftmals unterschätzt wird. So kann man sich in Spanien etwa mit der gefährlichen Legionärskrankheit infizieren und auf der Insel Malta besteht die Gefahr an Brucellose zu erkranken.

Von Tuberkulose-Impfung ist abzuraten

Die STIKO rät von einer Tuberkulose-Impfung ab, auch wenn die Reise in Tuberkulose-Risikogebiete gehen soll. Grund dafür ist, dass die Wirksamkeit des Impfstoffes nicht eindeutig erwiesen ist. Noch dazu kann eine Tuberkulose-Impfung gerade bei kleinen Kindern mit einem speziellen Immundefekt schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Dieser Defekt ist bei Kindern schwer zu diagnostizieren, weshalb viele Eltern sich über dessen Existenz bei ihren Kindern gar nicht bewusst sind.